Polizei und Politik wollen keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass alles für die Sicherheit der Narren getan wird – und schnüren ein Maßnahmenpaket.

Polizei und Politik wollen keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass alles für die Sicherheit der Narren getan wird – und schnüren ein Maßnahmenpaket.
Mehr Polizisten als Narren wird es natürlich nicht zu Karneval geben – aber in Köln und Düsseldorf werden die Kräfte verdoppelt. Archiv

Mehr Polizisten als Narren wird es natürlich nicht zu Karneval geben – aber in Köln und Düsseldorf werden die Kräfte verdoppelt. Archiv

dpa

Mehr Polizisten als Narren wird es natürlich nicht zu Karneval geben – aber in Köln und Düsseldorf werden die Kräfte verdoppelt. Archiv

Köln/Düsseldorf. Nach den Übergriffen an Silvester um den Hauptbahnhof wird Köln in Sachen Sicherheit massiv aufrüsten. Alleine an Weiberfastnacht sind 2000 Polizeibeamte in Köln im Einsatz. Das sind doppelt so viele wie im Vorjahr. Es stehen laut Polizei mit 400 Plätzen ausreichende Kapazitäten für Freiheitsentziehungen zur Verfügung. „Wir gehen konsequent gegen alle vor, die über die Strenge schlagen. Dies gilt für alkoholisierte Aggressoren genauso wie für Diebe, Räuber und Sexualstraftäter, die das Nein einer Frau nicht akzeptieren“, sagt Polizeipräsident Jürgen Mathies.

In den Vorjahren gab es an Straßenkarneval rund 50 Vorfälle von sexueller Belästigung bis zur Vergewaltigung. Man sei auf die Aufnahme von Strafanzeigen insbesondere bei Sexualdelikten personell vorbereitet. Entsprechende Betreuungsteams und Opferschutzbeauftragte stünden am Security-Point der Stadt für Frauen und Mädchen am Roncalliplatz bereit. Über einen Telefondolmetscherdienst ist die Hilfe in 15 Sprachen möglich.

Mathies bittet, auf echt aussehende Spielzeugwaffen zu verzichten. Es werde entsprechende Kontrollen geben. Im Zweifelsfall würden die Waffen konfisziert. Es gebe eine anhaltend hohe Gefährdungslage durch Terrorismus, aber keine konkrete Erkenntnisse über eine Gefährdung an Straßenkarneval. Bereits im Vorfeld wurden gegen Straftäter, die 2015 im Karneval aufgefallen sind, Aufenthaltsverbote ausgesprochen. Dazu gehören Rocker, Gewalttäter und nordafrikanische Taschendiebe.

Auch die Stadt wird ihr Personal an den Jecken Tagen deutlich aufstocken und mit 2000 Kräften im Einsatz sein. Dazu gehören 110 Mitarbeiter im Ordnungsdienst und 238 weitere Einsatzkräfte eines Sicherheitsdienstes.

Knapp eine halbe Million Euro investiert die Stadt in das Sicherheitskonzept. Dies sieht ein an allen Tagen besetztes zentrales Koordinationsgremium als Herzstück vor. Angstorte werden ausgeleuchtet.

Die jecke Jahreszeit strebt mit dem Straßenkarneval ihrem Höhepunkt und Ende entgegen. Die Narren verlassen die Säle, um draußen zu feiern. Und schon ist guter Rat teuer: Wo und wann macht sich welcher Zug auf den Weg? In unserem Karnevalsspecial finden Sie eine Übersicht über die Züge im WZ plus-Land. Beim Scrollen über die interaktive Karte können Sie Ihren Zug aussuchen – einfach auf die Narrenkappen klicken. wz.de/karneval

Aufgestockt wurde auch das Personal der Feuerwehr und der Rettungsdienste von 240 auf 865 Mitarbeiter. Beim Festkomitee des Karnevals wurden im Rosenmontagszug das Kommunikationsnetz um 100 zusätzlich Kontaktpunkte mit Funk und Mobilfunk erweitert.

Wuppertal verlässt sich auf das bewährte Sicherheitskonzept

Der Wuppertaler Karnevalszug findet traditionell am Sonntag vor dem Rosenmontag statt und zieht ab 13.30 Uhr aus dem Elberfelder Stadtteilzentrum vom Neuenteich in Richtung Barmen. Man habe, wie schon im vergangenen Jahr, ein umfangreiches Sicherheitskonzept vorgelegt und erwarte kurzfristig die Genehmigung der Stadtverwaltung, sagt Wilfried Michaelis vom Carnevals-Comitee Wuppertal. Für den Rosensonntagszug würden keine zusätzlichen Sicherheitsdienste engagiert.

Krefeld verstärkt die Polizei an den närrischen Tagen massiv

Die Krefelder Polizei wird mit doppelt so vielen Einsatzkräften wie im vergangenen Jahr für Sicherheit sorgen. Die Verantwortlichen haben das Konzept nach den Silvestervorfällen überarbeitet, meinen aber, dass es keine „Gefahrenstellen im engeren Sinn“ gibt.

Düsseldorf verdoppelt die Polizeikräfte

Die Düsseldorfer Polizei und Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) wollen ihr Sicherheitskonzept für den Straßenkarneval am heutigen Dienstag vorstellen. Klar ist bereits, dass die Polizeikräfte an Altweiber und Rosenmontag verdoppelt werden sollen – uniformiert wie zivil. Zudem wurden zusätzlich zu den fünf fest installierten Kameras in der Bolkerstraße zwei Kameras an der Kurze Straße sowie am Schlossturm montiert, deren Bilder an den tollen Tagen direkt bei der Führungsgruppe der Polizei auflaufen. In der Altstadt wird zudem ein Security-Point für Frauen eingerichtet, in dem weibliche Narren Zuflucht suchen können, sollten sie sich unwohl fühlen (Anschrift: Mertensgasse 1).

In Solingen gibt es mehr Polizisten und Ordnungsamtsmitarbeiter

In Solingen verstärkt die Polizei ihre Präsenz. Wie viele Beamten im Einsatz sein werden, konnte die Polizei auf Anfrage nicht mitteilen. Auch das Ordnungsamt der Stadt stockt die Zahl seiner Mitarbeiter auf. Der Rosenmontagszug in Solingen startet um 14 Uhr.

Remscheid klärt auf: Was ist erlaubt, was nicht

Die Polizei hat in Remscheid 80 Beamte auf der Straße. 40 aus eigenen Reihen, die andere Hälfte aus Bereitschaftspolizei und Studenten der FH für öffentliche Verwaltung. Das Ordnungsamt ist mit 24 Mitarbeitern des Kommunalen Ordnungsdienstes unterwegs. Es wird eine Sammelstelle für betrunkene Jugendliche in der Stadtteilbücherei eingerichtet. Interessant: Das Ordnungsamt war vorab in den Flüchtlingsunterkünften und hat den Leuten deutlich gemacht, was erlaubt und was nicht – und dass Bützen kein sexueller Akt ist. Der Rosenmontagszug in Lennep startet um 14.11 Uhr.

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