Berlin (dpa/tmn) - Fahrradfahrer müssen ihre Geschwindigkeit verringern, wenn Fußgänger auf dem Radweg stehen. Nur zu klingeln reiche nicht aus, entschied das Berliner Kammergericht - und verurteilte einen Radfahrer zum Schadenersatz (Aktenzeichen: 12 U 179/09).

Im verhandelten Fall hatten zwei Fußgänger mit dem Rücken zu dem Fahrradfahrer auf dem Radweg gestanden. Ohne zu bremsen fuhr er auf die beiden zu und klingelte im Abstand von etwa sechs Metern. Zugleich wollte er rechts neben den beiden vorbeifahren. Die beiden Fußgänger bewegten sich nach dem Klingelton jedoch ebenfalls nach rechts auf den Gehweg. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, machte der Radfahrer eine Vollbremsung. Hierbei stürzte er und verletzte sich.

Das Gericht sah ein überwiegendes Mitverschulden des Radfahrers. Denn er hätte damit rechnen müssen, dass sich die Fußgänger nach dem Klingelton zur Seite bewegen. Bei einer unübersichtlichen Verkehrslage hätte er abbremsen und notfalls im Schritttempo fahren müssen. Daher hafte er zu 80 Prozent.

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