Die Taxibranche hat mit vielerlei Problemen zu kämpfen. Eins davon: Die unkommunikativen Zeiten der digitalen Ablenkung. Foto: Arno Burgi
Die Taxibranche hat mit vielerlei Problemen zu kämpfen. Eins davon: Die unkommunikativen Zeiten der digitalen Ablenkung. Foto: Arno Burgi

Die Taxibranche hat mit vielerlei Problemen zu kämpfen. Eins davon: Die unkommunikativen Zeiten der digitalen Ablenkung. Foto: Arno Burgi

dpa

Die Taxibranche hat mit vielerlei Problemen zu kämpfen. Eins davon: Die unkommunikativen Zeiten der digitalen Ablenkung. Foto: Arno Burgi

Frankfurt/Main (dpa) - Das Schwätzchen im Taxi stirbt aus. «Die meisten Fahrgäste unterhalten sich nicht mehr mit dem Fahrer», sagte Thomas Schmidt vom Landesverband Hessen für das Personenbeförderungsgewerbe der Nachrichtenagentur dpa.

«Sie sind mit ihrem Handy, Smartphone, MP3-Player oder Laptop beschäftigt oder haben Kopfhörer auf», berichtete er. «Außer dem Fahrtziel gibt es in den Taxen kaum noch Kommunikation.» Zugleich habe die Elektronik vieles vereinfacht. «Die Leute bestellen per Knopfdruck auf ihrem Smartphone ein Taxi oder bekommen eine SMS, wann ihr Taxi kommt.» Dies nutzten in Frankfurt vor allem ältere Leute gerne.

Immer mehr Menschen, die älter als 50 oder 60 Jahre sind, schafften ihr Auto ganz ab und stiegen dafür gelegentlich aufs Taxi um, sagte Schmidt. Geschäftsreisende seien nach der Krise als Kunden zurückgekommen. Trotz der steigenden Nachfrage machten die großen Taxi-Betriebe in der Bankenstadt Frankfurt aber kaum noch Gewinn. «Die Schere zwischen Kosten und Einnahmen geht immer weiter auseinander.» Als Grund nannte Schmidt vor allem die enorm gestiegenen Kosten für Treibstoff und Versicherungen.

Der Branche habe zudem im Dezember und Januar eine Reihe von Überfällen zu schaffen gemacht. «Wir haben jedes Jahr eine Serie in der Weihnachtszeit, und die dauert diesmal noch an», sagte Schmidt. «Dabei gibt es ein großes Stadt-Land-Gefälle. Auf dem Land passiert fast nie etwas und wenn, sind es oft Beziehungstaten. In der Stadt ist es dagegen ganz anonym.» Genaue Zahlen hat der Taxiverband aber nicht. Dem Landeskriminalamt zufolge bewegt sich die Zahl der Raubüberfälle in Hessen auf relativ niedrigem Niveau. Sie schwankte in den Jahren 2008 bis 2010 zwischen 12 und 27 pro Jahr.

«Viele Täter haben immer noch das Gefühl, dass die Fahrer Geld haben», sagte Schmidt. «Das ist aber schon längst nicht mehr so.» Die meisten Fahrgäste bezahlten über Rechnung, Kunden-, Kredit- oder EC-Karten. Die Fahrer seien zudem angehalten, möglichst nur eine kleine Summe Wechselgeld bei sich zu haben. Um sie auf solche Situationen vorzubereiten, biete die Berufsgenossenschaft den Fahrern mindestens einmal im Jahr ein kostenloses Sicherheitstraining an.

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