Tokio (dpa). Toyota wird Medienberichten zufolge auch seinen bislang erfolgreichen Hybrid-Wagen Prius wegen Problemen mit dem Bremssystem in die Werkstätten zurückrufen. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag unter Berufung auf nicht genannte Quellen berichtete, sind mindestens 170 000 im Inland verkaufte Prius der jüngsten Generation betroffen.

Der Rückruf werde in den nächsten Tagen bekanntgegeben. Der weltgrößte Autobauer beabsichtige, die betroffene Software auch im Ausland per Rückruf oder einer Servicemaßnahme zu reparieren. So sei auch in den USA ein Rückruf von 100 000 neuen Prius geplant. Toyota hat seit Verkaufsstart im Mai über 300 000 der Autos in 60 Ländern abgesetzt.

Toyota hatte zuvor erklärt, die Probleme mit den Bremssystemen seien keine grundsätzlichen Schäden. Daher wollte der Konzern das Problem eigentlich im Rahmen eines freiwilligen Servicedienstes beheben. Doch angesichts der massiven Kritik in Folge des Rückrufdebakels um klemmende Gaspedale sei das Management offenbar zu der Einsicht gelangt, dass ein Rückruf unvermeidlich sei, wenn man das Vertrauen der Kunden wiedererlangen wolle, hieß es.

Toyota hatte in Japan und im Ausland eine ganze Reihe von Beschwerden erhalten, dass die Bremsen beim neuen Primus beim Fahren auf unebenen Straßen oder Schlaglöchern kurzzeitig nicht funktionieren.

Der bevorstehende Rückruf stellt nach dem Rückruf von Millionen Autos wegen klemmender Gaspedale einen weiteren Schlag für den lange Zeit erfolgsverwöhnten japanischen Autohersteller dar. Toyota-Chef Akio Toyoda hatte sich am Freitag für das Debakel entschuldigt.

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