Der neue Meriva erleichtert den Einstieg zu den hinteren Sitzen, die mehrfach verschiebbar sind.

Der neue Opel Meriva startet
am 11. Juni.
Der neue Opel Meriva startet am 11. Juni.

Der neue Opel Meriva startet am 11. Juni.

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Der neue Opel Meriva startet am 11. Juni.

Düsseldorf. Dieses Auto werden die Hinterbänkler lieben. Denn so bequem wie in den neuen Opel Meriva können Fondpassagiere derzeit in kein anderes Auto aus der Massenproduktion einsteigen. Opel hat zwar die vier Türen nicht neu erfunden, aber ein uraltes Tür-Konzept für die Großserie in die Gegenwart befördert.

Beim neuen Meriva öffnen sich die hinteren Türen gegen die Fahrtrichtung. Die Scharniere sitzen nicht wie üblich an der Mittelsäule. So wie beim Rolls Royce Phantom. Auch der Mazda RX8 hat diese Türen und der Mini Clubman; wirklich komfortabel ist da der Einstieg nicht.

Aber Opel musste gar nicht bei anderen Marken abkupfern. Dieses Türkonzept hat ureigene Opel-Wurzeln. Ein Admiral von 1938 fuhr mit solchen Türen, der Kadett seiner Zeit auch, der Kapitän von 1950. Danach war Schluss, weil diese Art von Türen nicht sicher genug war. Das hat man 60 Jahre später im Griff.

Dass die alte Tür-Idee in der neuen Zeit angekommen ist, merkt man auch an ihrem Namen. Opel nennt sie "FlexDoors" und schlägt mit diesem Hinweis auf Flexibilität den Bogen in die jüngste Vergangenheit.

Denn die Marke reklamiert für sich, 1999 im Zafira das flexible Sitzsystem im Auto erfunden zu haben. Das heißt, das Sitzmobiliar ist beweg- und umlegbar oder verschwindet ganz im Fahrzeugboden. Das konnte auch der aktuelle Meriva, von dem seit 2003 rund eine Millionen Exemplare in Europa verkauft wurden.

Die nächste Generation knüpft daran an und macht für noch mehr Flexibilität die Türen weit auf. Sie lassen sich 84 Grad weit öffnen und rasten in vier Winkelstufen ein, hilfreich in engen Parklücken. Dort machen die "verkehrt herum" öffnenden Türen das Aussteigen überraschend bequem, weil man nach vorn raus gleitet. Ein robuster Griff in der Mittelsäule steigert den Ausstiegskomfort.

Die Sitze im Fond können einzeln verschiebbar sein. Sie bewegen sich auch einige Zentimeter zur Seite. Alles geht kinderleicht, ist mit einem Griff zu bewerkstelligen, auch der Mittelsitz hinten ist im Nu umgelegt. Mit wenigen Handgriffen mehr wird der Meriva zum Einsitzer, ohne dass ein Sitz ausgebaut werden muss. 400 Liter fasst der Kofferraum bei normaler Bestuhlung, 900 Liter werden es mit umgeklappten Rücksitzen.

Alles, was sich bewegen lässt am Mobiliar, hat Opel wieder unter dem Wort "FlexSpace" zusammengefasst. Damit das noch besser als beim Vorgänger funktioniert, ist der Wagen elf Zentimeter breiter geworden, der Radstand wuchs um 18 Zentimeter. Mit nun 4,28 Meter Länge verbietet sich fast das Wort vom Mini- Van, weshalb unter dem Meriva auch keine Corsa- Plattform steckt, sondern die vom Zafira.

Entwickelt wurde auch eine spezielle Mittelarmkonsole. Sie kann bis zu drei Etagen haben. Über der Standardablage lassen sich weitere Ebenen dazu kaufen, wodurch Größe und Vielfalt des Stauraums wächst. Ein anderes Transport-Angebot ist in der hinteren Stoßstange versteckt. Dort, voll versenkbar, befindet sich (wie beim Opel Antara) ein herausziehbarer Fahrradhalter, der zwei Räder trägt.

Bedeckt hält man sich in Rüsselsheim mit dem Preis. Wird das Auto wie das jetzige Modell ab 15 100 Euro zu haben sein? Heftig dementiert wurde das nicht, vielleicht ein paar Euro mehr, aber "irgendwie in dieser Region", macht es Opel spannend. Wer freilich alle Flex-Vorzüge samt stärkstem Motor auskosten will, dürfte sich der 20 000 Euro-Marke nähern. Spätestens am 11. Juni sind alle Neugierigen schlauer, dann beginnt der Verkauf.

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