Die neue C-Klasse von Mercedes bedient sich bei ihrer luxuriösen Schwester, der S-Klasse. Die Limousine punktet aber auch mit ihrer Jugendlichkeit. Foto: Mercedes
Die neue C-Klasse von Mercedes bedient sich bei ihrer luxuriösen Schwester, der S-Klasse. Die Limousine punktet aber auch mit ihrer Jugendlichkeit. Foto: Mercedes

Die neue C-Klasse von Mercedes bedient sich bei ihrer luxuriösen Schwester, der S-Klasse. Die Limousine punktet aber auch mit ihrer Jugendlichkeit. Foto: Mercedes

Mit den muskulösen Flanken und dem strömungsgünstig gerundeten Heck wirkt der Wagen schnittig. Foto: Mercedes

Feine Hölzer, edle Konsolen, gut ablesbare Instrumente: Im Inneren erwartet die Insassen ein nobles Ambiente. Foto: Mercedes

Beim Fahren fühlt man sich wie auf Wolken gebettet. Vor allem, wenn man die Luftfederung bestellt und das komfortabelste Set-Up gewählt hat. Foto: Mercedes

Wenn die neue C-Klasse im März zu den Händlern kommt, stehen den Kunden nur Vierzylinder zur Wahl. Bei den Dieseln beginnt es mit 85 kW/115 PS, bei den Benzinern reicht die Spanne von 115 kW/156 PS bis 180 kW/245 PS. Foto: Mercedes

Die Motoren-Auswahl ist wenig überzeugend. Kritik wird auch am Platzangebot im Fond und der Automatik mit ihren sieben Gängen geübt. Foto: Mercedes

dpa, Bild 1 von 6

Die neue C-Klasse von Mercedes bedient sich bei ihrer luxuriösen Schwester, der S-Klasse. Die Limousine punktet aber auch mit ihrer Jugendlichkeit. Foto: Mercedes

Berlin (dpa-infocom) - Die Luxusliga haben die Schwaben mit ihrer S-Klasse fest in der Hand. Nun wollen sie in der Mittelklasse wieder den Ton angeben und setzen in der neuen C-Klasse auf die Tugenden des Flaggschiffes. Doch hier gibt es noch eine Prise Dynamik dazu.

In der Mittelklasse geht ein neuer Stern auf. Denn im Rennen um die Gunst von Familienvätern und Firmenfahrern bringt Mercedes zum 15. März die neue C-Klasse auf die Straße. Sie ist größer und frischer gezeichnet, nobler ausgeschlagen und besser ausgestattet sowie sportlicher und sparsamer. So soll sie zu Preisen ab 33 558 Euro Konkurrenten wie den Audi A4 und den 3er BMW in die Schranken weisen.

Revolution statt Evolution

Obwohl die C-Klasse eine lange Tradition hat, gehen die Schwaben dabei wenig behutsam vor: Nicht Evolution, sondern Revolution war das Leitmotiv von Designern und Entwicklern. Schon von außen sieht die neue Limousine deshalb überraschend jung und schnittig aus, wenn sie ihren stolzen Bug in den Wind rückt, das Licht in den muskulösen Flanken spielt oder der Blick auf das strömungsgünstig gerundete Heck fällt. Dass sie zudem zehn Zentimeter in die Länge gegangen ist und nun 4,69 Meter misst, das haben die Designer geschickt kaschiert.

Das echte Aha-Erlebnis kommt erst beim Einsteigen. Vor allem in der ersten Reihe fühlt man sich wie in einer neuen Welt: Große, ruhige Flächen, viel weniger Schalter, gut ablesbare Instrumente, ein riesiger Monitor mit brillanten Grafiken und edle Konsolen lassen den spröden Charme des Vorgängers vergessen. Stattdessen fühlt man sich wie in einer S-Klasse in klein, oder zumindest in der Business- statt der Economoy-Class.

Ambiente wie in der S-Klasse

Das gilt auch für Materialauswahl und Ausstattung: Feine Hölzer, Schalter wie aus dem Schmuckgeschäft, Lack und Leder soweit das Auge reicht. Wer die richtigen Kreuzchen macht, bekommt neben einem Heer von Assistenten und einem prallen Infotainment-System auch Neuheiten wie LED-Scheinwerfer, das überfällige Head-Up-Display sowie ein Sensorfeld, das jedem Computer-Touchpad zur Ehre gereicht.

Das gibt es freilich nicht zum Nulltarif. Das Basismodell wird zwar nur wenige Hunderter teurer. Doch erstens liegt die C-Klasse auch so schon ein paar Tausender über der Konkurrenz. Zweitens kann man den Preis mit den richtigen Extras schnell in schwindelnde Höhen treiben. Auch in diesem Punkt steht die C- der S-Klasse nicht nach.

Mal Sänfte, mal Sportwagen

So vornehm wie das Ambiente ist auch das Fahrverhalten. Erst recht, wenn man die in dieser Klasse einzigartige Luftfederung bestellt und das komfortabelste Set-Up wählt. Dann gleitet die Limousine ganz entspannt dahin, man lehnt sich zurück, braucht zum Lenken kaum mehr als zwei Finger und fährt den Mühen des Alltags meilenweit davon. Auf Wolken gebettet und in Watte gepackt - das passt zum Markenbild und ist auch bei einer C-Klasse keine Überraschung. Viel eher wundert man sich, wenn man den neuen Agility-Control-Schalter in die Sportstellung dreht und die C-Klasse die Muskeln anspannt. Von jetzt auf sofort wirkt das Auto um Jahre jünger, schärfer, aufgeweckter.

Da hilft es, wenn man in der Modellpalette etwas weiter oben eingestiegen ist - zum Beispiel beim C 250 Bluetec. Mit seinen 150 kW/204 PS ist er der vorerst stärkste Diesel und eine gute Wahl: 500 Nm sind ein Pfund, mit dem man mächtig wuchern kann. Nicht umsonst sprintet die Limousine damit in 6,6 Sekunden von 0 auf 100 und wird mit 247 km/h zum idealen Langstreckenläufer auf der linken Spur. Doch bei aller Kraft hat der Diesel einen Nachteil: Die C-Klasse ist beim Generationswechsel so ruhig geworden, dass der Motor plötzlich unangenehm laut wirkt und man unversehens die Musik aufdreht.

Vorne laut und hinten eng

Bei allem Lob ist das nicht die einzige Kritik. Das Platzangebot zum Beispiel im Fond ist allenfalls Durchschnitt, die Automatik ist mit ihren sieben Gängen überholt, und bei den Motoren hat Mercedes zu sehr auf die Vernunft geachtet. Auch wenn später ein V8 von AMG und ein V6 mit 245 kW/333 PS kommen, stehen jetzt nur Vierzylinder zur Wahl. Bei den Dieseln beginnt es mit 85 kW/115 PS, bei den Benzinern reicht die Spanne von 115 kW/156 PS bis 180 kW/245 PS.

Herzrasen bekommt man da nicht. Dafür kann Mercedes auf rekordverdächtige Verbrauchswerte verweisen. Mit 100 Kilo weniger Gewicht, einem niedrigen cw-Wert von 0,24 und Extras wie den verschließbaren Kühlerjalousien wird die C-Klasse bis zu 20 Prozent sparsamer und steht nun bestenfalls mit 3,8 Litern Diesel oder 5,0 Litern Benzin (CO2-Ausstoß 99 und 116 g/km) in der Liste.

Fazit: Ein neuer Stern in der Mittelklasse

Sie ist außen schnittiger und innen eleganter. Die Motoren sind sparsamer und das Fahrwerk passt für besonnene Senioren genauso wie für junge Heißsporne. Dazu ein Heer von Assistenzsystemen und jede Menge neuer Extras - so geht in der Mittelklasse tatsächlich ein neuer Stern auf. Und man muss nun wirklich nicht in den Sternen lesen können, um der C-Klasse einen großen Erfolg vorauszusagen.

Datenblatt: Mercedes C 250 Bluetec

Motor und Antrieb:Vierzylinder-Common-Rail-Diesel
Hubraum:2143 ccm
Max. Leistung:150 kW/204 PS
Max. Drehmoment:500 Nm bei 1 600- 1800 U/min
Antrieb:Heckantrieb
Getriebe:7-Gang-Automatik
Maße und Gewichte
Länge:4686 mm
Breite:1810 mm
Höhe:1442 mm
Radstand:2840 mm
Leergewicht:ca. 1550 kg
Zuladung:ca. 565 kg
Kofferraumvolumen:480 Liter
Fahrdaten
Höchstgeschwindigkeit:247 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h:6,6 s
Durchschnittsverbrauch:4,3 Liter/100 km
Reichweite:950 km
CO2-Emission:109 g/km
Kraftstoff:Diesel
Schadstoffklasse:Euro6
Effizienzklasse:A+
Kosten
Basispreis der Modellreihe:33 558 Euro
Kosten des C 250 BlueTec:ca. 44 000 Euro
Typklassen:k.A.
Kfz-Steuer:237 Euro/Jahr
Wichtige Serienausstattung
Sicherheit:Sieben Airbags, ESP, Auffahrschutz
Komfort:Klimaanlage, Zentralverriegelung, Multimedia-Bildschirm
Spritspartechnik:Start-Stopp-Automatik

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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