Der wuchtige US-Kombi ist mit Preisen ab 23 890 Euro eine echte Kampfansage. Ein 140-PS-Diesel treibt ihn herzhaft an.

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Amerikanische Anmutung: Der Dodge Journey macht einen imposanten Eindruck.

Amerikanische Anmutung: Der Dodge Journey macht einen imposanten Eindruck.

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Amerikanische Anmutung: Der Dodge Journey macht einen imposanten Eindruck.

Düsseldorf. Er ist ein echter Amerikaner - direkt, wuchtig, kantig. Was Dodge mit dem Journey (deutsch: Reise) auf die Räder gestellt hat, ähnelt auf den ersten Blick einer geländegängigen Großraumlimousine. Erst bei weiterer Betrachtung gibt der Kombi seine wahren Werte zu erkennen.

Die Größe des Journey ist nicht nur scheinbar. Fast fünf Meter lang, knapp 1,90 Meter breit und 1,70 Meter hoch - mit diesen Stammdaten wird der Dodge hierzulande schon der Kategorie Van zugeschlagen. Dazu kommt, dass die Bodenfreiheit nicht nur gefühlt größer ist, vergleicht man das Auto mit einem europäischen Kombi.

Der lange Radstand von fast 2,90 Metern sorgt für exzellente Straßenlage. Im Stadtverkehr rutscht dem Dodge-Piloten dafür aber ab und zu ein Fluch über die Lippen, wenn er an manch kleiner Parklücke erfolglos vorbeisegeln muss. Angesichts der Dimensionen lag vielleicht nahe, dem Wagen auch ein etwas "brachiales" Äußeres zu verpassen.

Das unterblieb - nicht zum Schaden des Wagens. Breit ausgestellte Radhäuser nehmen Alu-Räder von 16, 17 oder 19 Zoll auf und unterstreichen die deutlich maskuline Wirkung des Autos. Die Dachlinie fällt nach hinten leicht ab und nimmt damit der Karosserielinie den kantigen Bruch am Wagenheck.

Die lange Fensterfront strahlt freundliche Offenheit aus. Dort - auf fünf oder wahlweise sieben Sitzen - fühlen sich alle Passagiere sofort geborgen. Die Sessel sind kommod, ausreichend straff und gefühlvoll ausgepolstert. Mehrfache Verschiebe- und Einstellmöglichkeiten bieten - selbst im Fond - jedem die Möglichkeit, seine optimale Sitzposition zu finden. Der Kofferraum kann sich mehr als sehen lassen.

Als Fünfsitzer stehen bereits serienmäßige 780 Liter bereit, die wohl nicht nur das kleine Reisegepäck schlucken. Nutzt man den Dodge indes als Siebensitzer, gehen nur noch etwa 170 Liter in Form von Taschen mit. Maximal steht ein Laderaum von 1 562 Litern bereit. Die Innenraumgestaltung fügt sich dem Preisdiktat.

Die verbauten Kunststoffe sind zwar praktisch und pflegeleicht, in der Anmutung aber schlicht. Tacho und Tourenzähler sind allerdings schmuck hinterleuchtet und verpassen dem Instrumententableau eine dreidimensionale Anmutung. Motorisch mag es der Dodge herzhaft. Wer derlei Autos dafür nutzen will, wofür sie gebaut sind, ist mit dem Diesel wohl am besten beraten.

Der Direkteinspritzer stemmt seine 140 PS (103 kW) aus zwei Litern Hubraum und geht mit 310 Nm Drehmoment behände zur Sache. Zwar ist der Selbstzünder längst nicht mehr das modernste, was der Diesel- Markt zu bieten hat, das Triebwerk aber macht insgesamt eine gute Figur. Anfangs noch knurrig, arbeitet sich der Vierzylinder bei Erreichen der Betriebswärme in eine sonore Tonlage hinein.

Dodge bietet für den Motor ein Doppelkupplungsautomatikgetriebe an. Dessen Eigenart ist, dass hinter der aktuell genutzten Fahrstufe bereits der nächste Gang "lauert". Das blitzschnelle Öffnen der einen und Schließen der zweiten Kupplung macht Gangwechsel in bisher ungeahnter Rasanz möglich, der Kraftschluss erfolgt ohne spürbaren Drehmomentverlust.

Der Journey kommt dank dieser Raffinesse mit etwa acht Litern Diesel aus. Preislich ist der Dodge eine unverhohlene Kampfansage. Von 23 890 bis 34 590 Euro stehen zwei Motoren (auch ein 2,4-Liter-Benziner) und vier Ausstattungsstufen bereit, die jeweils bereits recht üppig bestückt sind. Selbst unter Nutzung aller Optionspakete ist der teuerste Dodge für knapp 39 000 Euro zu haben.

 

TECHNISCHE DATEN

Antrieb: 2,0-Liter-Diesel- Direkteinspritzer, Leistung 140 PS/103 kW

Verbrauch: acht l/100 km

Preis: ab 23 890 Euro

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