Weil junge Menschen Vorschläge für Kontrollstellen machten, wurden einige gestern von der Polizei eingeladen.

Auf der Düsseldorfer Straße schauen Kinder durchs Radargerät, Polizist Jan Walter zeigt, wie’s geht.
Auf der Düsseldorfer Straße schauen Kinder durchs Radargerät, Polizist Jan Walter zeigt, wie’s geht.

Auf der Düsseldorfer Straße schauen Kinder durchs Radargerät, Polizist Jan Walter zeigt, wie’s geht.

D. Young

Auf der Düsseldorfer Straße schauen Kinder durchs Radargerät, Polizist Jan Walter zeigt, wie’s geht.

Düsseldorf. Eine Gruppe von Kindern drängt sich um ein Radarkontrollgerät am Rand der Düsseldorfer Straße. Polizeihauptkommissar Jan Walter erklärt den Kleinen, wie das Gerät funktioniert, gespannt starren sie auf die Anzeige, plötzlich große Augen: Ein Mercedes nähert sich mit deutlich über 60 Stundenkilometern.

Am Donnerstag hatten Raser in Düsseldorf wie in ganz Deutschland wieder schlechte Karten, die Polizei hatte eine neue Ausgabe des Blitzermarathons auf die Beine gestellt. Neu diesmal: Bei der Auswahl der Orte waren Kinder und Jugendliche gefragt, Vorschläge zu machen.

An vielen Orten waren Kinder bei den Kontrollen dabei, eine Junge erwischte gar seine eigene Mutter, die zu schnell unterwegs war. Auch eine Lehrerin wurde wiedererkannt, sie sah sich ihren eigenen Schülern gegenüber, nachdem die Polizei sie gestoppt hatte.

Im Linksrheinischen waren Kinder der Bodelschwingh- und die Don-Bosco-Grundschule zur Blitzeraktion eingeladen. Wobei: „Wir blitzen eigentlich nicht, machen also kein Foto, sondern messen die Geschwindigkeit und halten die Autofahrer sofort an.“ Das erklärt Jan Walter dem 9-jährigen Lennart, der gerade wissen wollte, ob der Polizist schon mal ein Feuerwehrauto geblitzt hat. Von der sofortigen Ansprache der Temposünder erhofft sich die Polizei einen höheren erzieherischen Effekt, erfährt Lennart.

Thema des Tages

Verkehrssicherheit

Seine Klassenkameradin, die achtjährige Lili, hat die Düsseldorfer Straße vorgeschlagen. „Es gibt zwar einen Zebrastreifen, aber die Autos halten dort oft nicht an. Ich gehe dann lieber bis zur Ampel, um auf die andere Seite zu kommen“, erzählt das Mädchen.

Schulleiterin Rose Fliegenschmidt von der Don-Bosco-Schule begleitet die Kinder, sie findet den Blitzermarathon gut, gerade weil er in die Breite geht: „Ich denke schon manchmal ,Meine Güte!’ und habe das Gefühl es wird immer schlimmer auf den Straßen.“

An der Düsseldorfer Straße zeigt sich das an diesem Morgen zwar nicht. Eine knappe Stunde steht die Gruppe dort, es bleibt bei dem einen Autofahrer, der zu schnell ist. Und den können die Kinder nicht einmal belehren, weil der Mann kein Deutsch spricht. Polizeisprecher Jochen Schütt ist darüber aber nicht unglücklich, denn schließlich sei ja genau das der Sinn des Blitzermarathons: „Es fahren weniger Leute schnell und das Thema kommt ins Bewusstsein der Autofahrer.“

Hinzu kommt: Der Verkehr ist an dem Morgen relativ dicht, richtig Gas geben ist deshalb kaum möglich: „Abends sieht das oft anders aus, da geben viele richtig Gas, wenn sie von der Rheinkniebrücke kommen“, sagt ein Anwohner.

Am Nachmittag zieht die Polizei erste Bilanz: Rund 120 Polizisten sind über die 24 Stunden verteilt in der Stadt im Einsatz, weitere 240 auf den Autobahnen des Regierungsbezirks. Es zeigt sich: Die Ankündigungen der Aktion sind bei vielen Autofahrern angekommen. In der Vormittagsbilanz ist von 1684 kontrollierten Fahrzeugen auf Düsseldorfer Gebiet die Rede, in 55 Fällen wurden Verwarngelder und Anzeigen fällig. Der Spitzenreiter war mit 100 km/h unterwegs. Er muss einen Monat den Führerschein abgeben

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