Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt arbeitet am Parksystem der Zukunft. Dafür werden Sensoren und Kameras genutzt.

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Mit Hilfe eines Smartphones kann das Auto, das sich wie von Zauberhand allein eingeparkt hat, gefunden werden.

Mit Hilfe eines Smartphones kann das Auto, das sich wie von Zauberhand allein eingeparkt hat, gefunden werden.

dpa

Mit Hilfe eines Smartphones kann das Auto, das sich wie von Zauberhand allein eingeparkt hat, gefunden werden.

Braunschweig. Die Suche nach einem Parkplatz kann so einfach sein – Valet-Parking heißt das Zauberwort. Vor edlen Hotels übernimmt seit jeher ein Portier die Aufgabe. Verkehrsforscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben am Dienstag in Braunschweig gezeigt, dass auch hochentwickelte Sensorentechnik im Zusammenspiel mit dem Smartphone das Einparken übernehmen kann.

Wie von Geisterhand findet das fahrerlose Auto einen freien Parkplatz und parkt zentimetergenau in die kleinste Lücke ein. Am Eingang des Parkplatzes wird das Auto abgegeben. Mit Hilfe von Sensoren, Kameras und Smartphone findet das Fahrzeug einen freien Platz und parkt dort ein.

Durch das neue System wird der Parkraum optimal genutzt

Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Autofahrer spart Zeit und Nerven, die Umwelt wird nicht durch eine lange Suche belastet und der Parkraum wird optimal genutzt. „Das zwei Stellplätze durch schiefes Einparken besetzt werden, gibt es nicht mehr“, versichert Karsten Lemmer, der das Projekt leitet.

Noch ist das System zwar nicht auf dem Markt, aber Lemmer ist sicher, dass sich Autofahren in den kommenden zehn Jahren extrem verändern wird: „Die Entwicklung ist rasant“, stellt er fest. „Wenn ich vor zehn Jahren etwas vom automatischen Einparken gesagt habe, haben die Leute abgewunken“, erinnert er sich. Mit Fahrerassistenzsystemen wie ASB, ESP oder Einparkhilfen habe die Zukunft jetzt längst begonnen. All diese Systeme gehören zu den teilautomatisierten, die der Fahrer ständig überwachen muss.

Nicht ganz so zeitnah, aber dennoch in vorstellbaren Zeiträumen, werden laut Markus Maurer von der Technischen Universität (TU) Braunschweig auch die automatisierten Systeme wie Valet-Parking auf die Märkte kommen. Dabei geht es um weit mehr als technische Spielereien: Autofahren soll umweltfreundlicher, zeitsparender, komfortabler und vor allem sicherer werden.

2010 fuhr „Leonie“ in Deutschland – das erste Auto ohne Fahrer

„Automatisches Einparken wird eines der ersten marktreifen Systeme sein“, meint Maurer, der 2010 „Leonie“ auf die Straße brachte. „Leonie“ ist das erste fahrerlose Auto gewesen, das zu Forschungszwecken auf öffentlichen Straßen fahren durfte. Für den gesamten Niedriggeschwindigkeitsbereich, also auch bei Stau- und Stopp-and-Go-Situationen, könne der Kunde jährlich mit Neuerungen rechnen.

Schwieriger wird es laut Maurer überall dort, wo schnell gefahren wird – die Ansprüche an die Technik sind hoch: „Bei jeder Neuentwicklung müssen auch die unwahrscheinlichsten Fälle mit einkalkuliert werden“, erläuterte er.

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