Fahrrad im Nebel
Mit Lichtstrahl durch die Suppe: Radfahrer sollen auf ein gutes Licht achten, damit sie von anderen Verkehrsteilnehmer gesehen werden. Foto: Julian Stratenschulte

Mit Lichtstrahl durch die Suppe: Radfahrer sollen auf ein gutes Licht achten, damit sie von anderen Verkehrsteilnehmer gesehen werden. Foto: Julian Stratenschulte

dpa

Mit Lichtstrahl durch die Suppe: Radfahrer sollen auf ein gutes Licht achten, damit sie von anderen Verkehrsteilnehmer gesehen werden. Foto: Julian Stratenschulte

Berlin/Bremen (dpa/tmn) - Eine schlechte Beleuchtung kann für Radfahrer lebensgefährlich sein. Nur ist nicht jede Lampe ist für jedes Fahrrad zugelassen. Auch bei der Wahl des Dynamos gilt es einiges zu beachten.

Die Blätter fallen von den Bäumen, die Flips-Flops weichen festem Schuhwerk. Und auch Fahrradfahrer müssen sich dem Herbst anpassen. «Spätestens jetzt sollten sie sicherstellen, dass die Beleuchtung an ihrem Gefährt für die dunkle Jahreszeit ausreicht», sagt Oliver Reidegeld von der Deutschen Verkehrswacht (DVW) in Berlin. Wenn es schon nachmittags dunkel wird, müssen Radler ausreichend sehen können - und vor allem sichtbar sein.

Vorgeschrieben ist nach Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) ein dynamobetriebenes Vorder- und Rücklicht. Das vordere Licht muss in weißer Farbe strahlen, das Rücklicht in Rot, wie Wilhelm Hörmann vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in Bremen erläutert. Auch die Leistungsstärke ist vorgeschrieben: «Drei Volt und sechs Watt muss ein Fahrraddynamo mindestens erbringen», fügt Jörg Kock von der norddeutschen Fahrradgeschäfts-Kette Mega Bike hinzu. Die Helligkeit der Vorderleuchte muss mindestens zehn Lux betragen.

Um diese Lichtstärke zu gewährleisten, fällt dem Dynamo eine besondere Rolle zu. «Viele ältere Fahrräder sind noch mit einem Seitenläuferdynamo direkt am Vorderrad ausgestattet», hat Hörmann beobachtet. Dabei wird der Strom durch ein Rädchen erzeugt, das an den Reifen geklemmt wird. Doch bildet sich bei Regen auf dem Reifen ein Wasserfilm, findet dieses Reibrad keinen Halt mehr. Die Lampe bleibt dunkel oder flackert.

«Problematisch sind im Herbst auch nasse Blätter, die sich zwischen Reifen und Reibrad verkeilen», sagt Hörmann. Feuchtigkeit schade außerdem den Verkabelungen, gerade bei älteren Dynamos komme es zu Rostbildung. «Man sollte daher immer darauf achten, dass Kabel und elektrische Kontakte gut isoliert sind», sagt Martin Dinkel von der Münchener Fahrradwerkstatt Velo am Ostbahnhof.

Weniger witterungsanfällig ist ein Nabendynamo, wie er bei modernen Rädern mittlerweile Standard ist. Matsch, Laub und Kälte können ihm meist nichts anhaben. Doch wenn das Rad zum Beispiel aus einem wärmeren Keller ins Freie gebracht wird, kann die Luft im Dynamo kondensieren und sich Wasser ansammeln, so DVW-Sprecher Reidegeld. Reparaturen sind oft vergleichsweise aufwendig und machen das Know-How einer Fahrradwerkstatt notwendig.

Es gibt noch eine dritte, wenn auch in Deutschland derzeit nicht zugelassene Form des Dynamos: den Induktionsdynamo. Das Prinzip der Induktion zur Fahrradbeleuchtung ist an sich nichts Neues. Doch bei den neuen Dynamos, die vor allem in Dänemark und den Niederlanden verbreitet sind, funktioniert dies auf besondere Weise: Eine Spule wird am Rahmen oder der Radgabel befestigt, dazu werden zwei Magnete an die Speichen geheftet. Bei jeder Umrundung induzieren die Magneten Strom in die Spule - sie leitet ihn an die Leuchten weiter. Grund für das Verbot in Deutschland ist die bislang oft nur kleinere Lichtausbeute aufgrund geringerer Stromstärke, wenngleich die Hersteller an dem Problem arbeiten.

Ebenfalls nicht erlaubt sind Batterielampen - mit einer Ausnahme: Wiegt das Rad unter elf Kilogramm, dürfen sie benutzt werden. «Allerdings muss man im Herbst und Winter beachten, dass niedrige Temperaturen den Batterien Energie entziehen», gibt Martin Dinkel zu bedenken. Der Werkstattexperte rät vor allem in der dunklen Jahreszeit, immer Ersatzbatterien bei sich zu tragen, beziehungsweise Akkus rechtzeitig aufzuladen.

Ob Batterie oder Dynamo: Für besonders gute Sichtbarkeit sind starke LED-Leuchten geeignet. «Mit 40 oder 50 Lux fällt man im Verkehr einfach stärker auf als mit einer Zehn-Lux-Glühbirne», sagt Jörg Kock. Um andere Verkehrsteilnehmer mit dem grellen Lichtkegel nicht zu blenden, sollte der Strahl schräg nach unten gerichtet werden und in etwa 15 Metern vor dem Vorderrad auf den Boden treffen.

Zusätzlich zur Lichtanlage gehören zu einem gut sichtbaren Fahrrad die Rückstrahler: Gesetzlich vorgeschrieben sind neben der Beleuchtung Reflektoren an Pedalen sowie an Vorder- und Hinterrad. Im Herbst sei es besonders wichtig darauf zu achten, dass diese nicht durch Matsch verdeckt werden, sagt ADFC-Sprecher Hörmann. Lichtanlage und Reflektoren zu warten, sei Voraussetzung, «um strahlend durch den Herbst» zu kommen.

Auch Kleidung kann die Sichtbarkeit von Fahrradfahrern erhöhen. «Zum Beispiel durch reflektierende Bänder fürs Hosenbein oder kleine LED-Lichter am Armband und im Fahrradhelm», sagt Oliver Reidegeld von der Deutschen Verkehrswacht (DVW). Besser für andere Verkehrsteilnehmer sichtbar sei auch, wer anstelle dunkler helle Kleidung trage.

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