Osterode (dpa) - Der als «Knöllchen-Horst» bekannte Frührentner aus dem Harz zeigt nicht nur seit Jahren Falschparker an, er führt auch eine private Datei über die von ihm ermittelten Verkehrssünder.

Der 58-Jährige aus dem niedersächsischen Kreis Osterode erklärte am Donnerstag, er habe inzwischen fast 30 000 Menschen angezeigt und diese Fälle auch dokumentiert.

Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft Göttingen verstößt das private Verkehrssünder-Register nicht gegen gesetzliche Bestimmungen. Solange der Frührentner darin nur die von ihm selbst angezeigten Fälle speichere, gebe es keinen Ansatz für strafrechtliche Ermittlungen, sagte ein Sprecher. Die «Bild»-Zeitung hatte berichtet, «Knöllchen-Horst» könne mit Hilfe der Datei unter anderem Wiederholungstäter ausmachen. Bundesweites Aufsehen hatte der Frührentner erregt, als er einen Rettungshubschrauber im Einsatz wegen behindernden Parkens auf einem Gehweg anzeigte.

Beim Landkreis Osterode gehen nach den Worten des Ersten Kreisrates Gero Geißlreiter pro Werktag etwa zehn Anzeigen des Frührentners ein. Der Großteil davon werde nicht weiter verfolgt, weil der 58-Jährige nur selten Beweisfotos liefere und zudem auch Bagatellen anzeige.

In den ersten Anzeigen dieses Jahres hatte «Knöllchen-Horst» Lkw-Fahrern vorgeworfen, entgegen der Fahrtrichtung geparkt zu haben.

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