Pannenhelfer im Einsatz
Pannenhelfer im Einsatz: Im vergangenen Jahr mussten die «Gelben Engel» vom ADAC 4,17 Millionen Mal ausrücken. Foto: Jochen Lübke

Pannenhelfer im Einsatz: Im vergangenen Jahr mussten die «Gelben Engel» vom ADAC 4,17 Millionen Mal ausrücken. Foto: Jochen Lübke

dpa

Pannenhelfer im Einsatz: Im vergangenen Jahr mussten die «Gelben Engel» vom ADAC 4,17 Millionen Mal ausrücken. Foto: Jochen Lübke

München (dpa) - Stets werden sie sehnlichst erwartet: Die ADAC-Pannenhelfer retten Millionen Autofahrer aus der Patsche. Klirrende Kälte ließ die Einsatzzahlen 2012 steigen. Auf einen Schutzbrief allein sollten Autofahrer sich nicht verlassen, erklärt eine Expertin.

Leere Batterien, platte Reifen - oder im Auto vergessene Schlüssel: 4,17 Millionen Mal sind die Pannenhelfer des ADAC im vergangenen Jahr ausgerückt, um Autofahrern zu helfen. Das war die zweithöchste Einsatzzahl in der Geschichte des Autoclubs - nur 2010 wurden die «Gelben Engel» noch häufiger gerufen, nämlich 4,25 Millionen Mal. Vor allem der strenge Frost im Februar 2012 sei ein Grund für die hohe Pannenzahl gewesen, teilte der Autoclub in München mit.

Pannenursache Nummer eins waren auch im vergangenen Jahr defekte oder leere Batterien. Sie spielten in rund 686 000 Fällen eine Rolle. Zweithäufigste Ursache waren kaputte Reifen (137 000 Fälle), an dritter Stelle folgten defekte Anlasser (85 000 Fälle).

Zwar treffen Pannen eher ältere Fahrzeuge. Jedoch seien auch moderne Fahrzeuge kein Garant für eine pannenfreie Fahrt, sagte ADAC-Sprecher Christian Buric. «Die Autos werden in vielen Fällen besser. Aber das heißt nicht immer, dass die Pannenanfälligkeit abnimmt.» Schon seit Jahren steigt die Arbeitsbelastung der «Gelben Engel». Gründe seien unter anderem die Zunahme der Autos insgesamt, aber auch die wachsende Mitgliederzahl.

Um bei einer Autopanne auch finanzielle Pannen zu vermeiden, sollten Verbraucher die Leistungen von Schutzbriefen und anderen Angeboten genau prüfen, rät Bianka Bobell vom Bund der Versicherten (BdV). «Der Schutzbrief über die Kfz-Haftpflichtversicherung ist nur eine minimale Absicherung», sagt die Expertin. Die Leistungen im «kleinen Schutzbrief» seien zwar grundsätzlich mit denen von Automobilclubs vergleichbar. Sie umfassen zum Beispiel oft auch Krankenrücktransport, Medikamentenversorgung im Ausland und im Todesfall die Übernahme von Bestattungs- oder Überführungskosten. In der Höhe und beim Geltungsbereich aber seien sie sehr verschieden.

Die Erstattungsgrenze für Kleinteile, die der Pannenhelfer zur Pannenstelle mitbringt, sei zum Beispiel beim Schutzbrief des Haftpflichtversicherers oft auf 100 Euro begrenzt, erklärt die Verbraucherschützerin. Der Ersatz von Abschleppkosten ist häufig gedeckelt, und meist muss für Kostenerstattung auch eine bestimmte Entfernung zum Wohnort gegeben sein.

«Vielfahrer sollten lieber das leistungsstärkere Paket der Automobilclubs wählen», rät die Expertin. Zwar seien die Schutzbriefe der Kfz-Versicherer mit Beiträgen von 6 bis 10 Euro pro Jahr vergleichsweise günstig. Bobell wendet aber ein: «Günstig heißt, dass die Leistungen entsprechend geringer ausfallen können.» Etwa seien die kleinen Schutzbriefe an den Geltungsbereich der Kfz-Haftpflicht gekoppelt und damit meist auf Europa oder die EU beschränkt. Mitgliedschaften in Automobilclubs gehen darüber oft hinaus. Viele Versicherer bieten allerdings auch größere Pakete als den kleinen Schutzbrief an.

Sparen könne sich der Verbraucher eine doppelte Absicherung: Die Leistungen in den Mobilitätsgarantien der Hersteller, die die Händler beim Autokauf anbieten, und diejenigen in den kleinen Schutzbriefen vom Versicherer überschnitten sich häufig. Generell rät Bobell zum Blick ins Kleingedruckte: «Der Verbraucher ist gezwungen, die Leistungen im Detail zu vergleichen - sonst bleibt er im Schadensfall unter Umständen auf mehreren Hundert Euro sitzen.»

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