Tipps für den Autotransport
Einfach auf den Hänger fahren - das reicht nicht: Autos müssen vor dem Transport auch gesichert werden. Außerdem darf nicht jeder ein Gespann fahren.

Einfach auf den Hänger fahren - das reicht nicht: Autos müssen vor dem Transport auch gesichert werden. Außerdem darf nicht jeder ein Gespann fahren.

Fit-Zel Transportsysteme/dpa/tmn

Einfach auf den Hänger fahren - das reicht nicht: Autos müssen vor dem Transport auch gesichert werden. Außerdem darf nicht jeder ein Gespann fahren.

Frankfurt/Landsberg/Lech (dpa/tmn) - Der Automarkt im Internet floriert, das Traumauto lässt sich auf virtuellen Marktplätzen meist schnell aufstöbern. Bevor Käufer zuschlagen, sollten sie sich allerdings eines gut überlegen: Wie bekommen sie den neuen Wagen nach Hause?

Ob Oldtimer oder Liebhabermodell - das Traumauto finden viele heute im Internet. Ein paar Klicks, schon ist das Objekt der Begierde gekauft. Doch dann fangen die Probleme oft an: Wie bekommt man den Wagen vom Händler in die eigene Garage? Vor allem dann, wenn er am anderen Ende der Republik steht - oder irgendwo im Ausland. Und was, wenn das Fahrzeug nicht fahrtauglich ist? Dann bleibt Käufern meist nur, den Wagen selbst zu transportieren oder eine Spedition zu beauftragen.

Wer ein Auto selbst von A nach B bringen will, braucht einen passenden Anhänger. Verleiher finden sich zum Beispiel im Internet, erklärt Manfred Gross vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg. «Auch einige Tankstellenpächter verdienen sich damit ein Zubrot.» Ansonsten lohne die Nachfrage bei einer Werkstatt oder im Bekanntenkreis. «Ein Hänger zur Miete kostet etwa 100 Euro pro Tag», sagt Gross.

Damit ist es aber nicht getan: Spediteure in Eigenregie müssen die zulässige Anhängelast des Zugwagens beachten, erklärt Gross. Sie steht in den Fahrzeugpapieren. «Man kommt beim Autotransport sehr schnell auf eine Zuglast von zwei Tonnen - das ist eigentlich die Domäne von Geländewagen oder SUVs», so der Experte. Kommt das eigene Auto als Zugwagen infrage, muss das zu transportierende Fahrzeug noch verladen werden. Funktioniert der Motor, kann der Fahrer das Auto über eine absenkbare Ladefläche oder eine Auffahrrampe auf den Hänger fahren. «Ein Einweiser ist dabei hilfreich», empfiehlt Gross. Fahruntüchtige Wagen müssen per Seilwinde hinaufgezogen werden.

Damit der neue Wagen auf dem Hänger beim Transport nicht beschädigt wird, ist eine gute Sicherung wichtig. Manche Anhänger verfügten über einrastbare Radkrallen, ansonsten müsse mit Zurrgurten gearbeitet werden, erklärt Gross. «Wem das alles fremd ist, der braucht unbedingt eine Einweisung durch den Vermieter.» Außerdem muss das Fahrzeug so positioniert sein, dass die Ladefläche möglichst waagrecht steht und die maximale Stützlast der Kupplung am Zugwagen nicht überschritten wird.

Steht das Auto sicher auf dem Hänger, bleibt die Frage: Wer darf das Ganze fahren? «Mit einer alten Fahrerlaubnis der Klasse 3, die vor dem 1. Januar 1999 erteilt wurde, dürfen einachsige Anhänger und Tandemachsanhänger bis maximal elf Tonnen gezogen werden», erklärt Gross. Hat der Fahrer erst später einen Führerschein der Klasse B gemacht, braucht er einen zusätzlichen Anhängerführerschein. Mit etwas Fahrgeschick sei der Eigentransport des neuen Wagens eine praktikable Methode, urteilt Gross.

Problematisch wird der Transport mit dem Leih-Anhänger dann, wenn Schäden am transportierten Wagen entstehen. Eine Kaskoversicherung sei nur möglich, wenn das Fahrzeug zugelassen ist, erklärt Knut Höra aus Frankfurt. Für Privatleute kommt nach Einschätzung des Fachanwalts für Versicherungsrecht sonst nur eine Gütertransportversicherung infrage. Die dürfte aber den Preisrahmen sprengen: «Das Risiko eines Unfalls ist für einen Privatmann kaum zu versichern», sagt ADAC-Experte Gross.

Die Alternative ist der Transport mit einer Autospedition. Der Vorteil: Das transportierte Fahrzeug ist über eine Güterversicherung abgesichert. Entscheidend für den Preis der Lieferung ist vor allem die Frage, wie schnell sie gewünscht wird. «Je schneller das Auto ankommen soll, desto teurer wird es», sagt Joachim Keller von der Spedition Autotrans Logistik in Giebelstadt. «Wenn wir das Fahrzeug innerhalb eines Monats bei einem Sammeltransport mitnehmen, können wir einen ganz anderen Preis machen, als wenn wir es innerhalb von einer Woche herholen sollen.»

Aber auch die Entfernung fließt in den Preis mit ein. Und die Größe des Fahrzeugs spielt ebenfalls eine Rolle: «Ein VW Polo braucht natürlich weniger Stellfläche als ein Dodge Ram: Von dem einen kriegt man vielleicht acht auf einen Lkw, vom anderen nur drei», schildert Keller. Ob sich der Autotransport mit einer Spedition finanziell rechnet, hängt damit von mehreren Faktoren ab.

Wer einen teuren Sportwagen oder raren Oldtimer gekauft hat, kann sich aber auch bei einer Spedition nicht sicher sein, dass bei einem Unfall die volle Schadenssumme erstattet wird. «In vielen Fällen kann der Schaden nicht auf den Spediteur abgewälzt werden», sagt Höra. Häufig seien nur bestimmte Höchstsummen abgesichert. Eine Zusatzhaftung können Kunden zwar vereinbaren - «aber das macht den Transport wieder teuer». Also doch selber fahren? Wer sich dazu entschließt, muss Schäden meist aus eigener Tasche zahlen. Am Steuer ist deshalb besondere Vorsicht geboten - mehr als 80 Stundenkilometer sind mit einem Anhänger ohnehin nicht erlaubt.

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