Stars aus Deutschland
Schon im Vorfeld der Motorshow hat Mercedes die überarbeitete C-Klasse präsentiert. Als Limousine und Kombi wird der Wagen ab März bei den Händlern stehen.

Schon im Vorfeld der Motorshow hat Mercedes die überarbeitete C-Klasse präsentiert. Als Limousine und Kombi wird der Wagen ab März bei den Händlern stehen.

Sportliche Studie: Mit dem Paceman zeigt Mini in Detroit, wie ein Zweitürer auf Basis des Countryman aussehen könnte.

Neues Flaggschiff bei Chrysler: Der 300 führt künftig die Modellpalette des US-Herstellers an.

Luxus an der frischen Luft genießen: BMW hat bei der Detroit Motorshow das neue 6er Cabrio enthüllt.

Studie mit Serienchancen: Der kompakte Geländewagen Ford Vertrek könnte die Nachfolge des Kuga antreten.

Geiger/dpa/tmn, Bild 1 von 5

Schon im Vorfeld der Motorshow hat Mercedes die überarbeitete C-Klasse präsentiert. Als Limousine und Kombi wird der Wagen ab März bei den Händlern stehen.

Detroit (dpa/tmn) - Deutsche Autobauer kommen in den USA nicht einmal auf einen Marktanteil von zehn Prozent. Dennoch geben sie in diesem Jahr auf der Motorshow in Detroit den Ton an.

Bei der North American International Autoshow (NAIAS, 10. bis 23. Januar) in Detroit werden rund zwei Dutzend Weltneuheiten enthüllt. Viele davon stammen aus Deutschland. Die vielleicht wichtigste Premiere spielte sich am Messestand von VW ab: Um in Amerika wieder richtig Fuß zu fassen, haben die Niedersachsen für die US-Kundschaft eine eigene Mittelklasse-Limousine entwickelt.

Zwar heißt der Wagen wie bei uns Passat, hat aber mit dem europäischen Modell kaum mehr als den Namen gemein: «Das Design ist eigenständig und die Technik auch», erklärte ein VW-Sprecher. So überragt der 4,87 Meter lange Viertürer seinen europäischen Verwandten um rund 10 Zentimeter.

Deutsche VW-Fahrer werden den US-Passat allenfalls als Leihwagen im Urlaub kennenlernen. Denn ein Export nach Europa ist nicht geplant, hieß es auf der Messe. Das würde auch das deutsche Preisgefüge bei VW gehörig durcheinander bringen: Der Hoffnungsträger mit Motoren, die zwischen 103 kW/140 PS und 206 kW/280 PS leisten, startet laut VW in der 20 000 Dollar-Klasse - und kostet damit umgerechnet kaum mehr als hierzulande ein VW Golf.

Auf beide Seiten des Atlantiks zugeschnitten ist dagegen die überarbeitete C-Klasse, die Mercedes im Vorfeld der Messe enthüllt hat. «Mit 2000 neuen Teilen war das die umfangreichste Modellpflege, die wir je gemacht haben», sagte Vertriebsvorstand Joachim Schmidt. Zu Preisen ab 32 695 Euro werden Limousine und Kombi ab März bei den Händlern stehen. Dabei haben die Schwaben vor allem den Verbrauch der Motoren gesenkt, das Paket der Sicherheits- und Komfort-Assistenten erweitert und innen wie außen am Design gefeilt.

Der Publikumsmagnet in Detroit kommt zwar auch aus Stuttgart, aber vom anderen Ende der Stadt: aus Zuffenhausen. Dort hat Porsche den 918 Spyder vom Genfer Autosalon 2010 für die Messe in Detroit zum Rennwagen umgebaut. Dafür wurde aus dem Spyder ein Coupé mit großen Spoilern und bunter Rennstrecken-Lackierung. Und auch am Hybridantrieb haben die Ingenieure gearbeitet.

Statt Lithium-Ionen-Akkus gibt es einen Schwungmassenspeicher wie im 911 GT3 R Hybrid, der überschüssige Energie - etwa beim Bremsen - zurückhält und auf Knopfdruck beim Beschleunigen wieder abgibt. Dann unterstützen den 414 kW/563 PS starken V8-Benziner zwei E-Motoren mit je 75 KW/102 PS - und wirken wie ein elektrischer Booster. Anders als der 918 Spyder wird das Auto voraussichtlich nicht in Serie geben. Doch die Studie ist mehr als eine Fingerübung: «Das ist für uns ein rollendes Labor, mit dem wir viel für die Rennstrecke und für unsere Straßensportwagen lernen», sagt Porsche-Chef Matthias Müller.

Nicht nur Niedersachsen und Schwaben bitten in Detroit zu Premieren-Partys - auch die Bayern fahren in Amerika groß auf. So feiert Audi in Michigan die Publikumspremiere des neuen A6 und BMW enthüllt das neue 6er Cabrio. Mini zeigt mit der Studie Paceman, wie die Modellpalette auf Basis des Countryman um einen sportlichen Zweitürer erweitert werden könnte. «Noch ist der Wagen nur eine Studie, aber wir denken ernsthaft über eine Serienentwicklung nach», hieß es dazu beim Hersteller.

Neben den deutschen Unternehmen dominieren amerikanische Hersteller die diesjährige NAIAS. Ford setzt vor allem auf die Plattform des neuen Focus. Das Kompaktmodell steht in Detroit in knapp einem Dutzend Varianten - darunter als reines Elektroauto, das noch in diesem Jahr in Serie gehen soll, aber nicht vor 2012 nach Europa kommen wird. Die Bodengruppe und Teile des Antriebs nutzt Ford auch für eine Hybrid- und Plug-In-Hybridversion des Vans C-Max.

Star am Ford-Stand ist allerdings die Studie Vertrek: Sie stammt ebenfalls aus der Focus-Familie und gibt einen Ausblick auf einen kompakten Geländewagen, der die Nachfolge des Kuga antreten könnte.

Bei Chrysler stehen das neue Flaggschiff 300 und die aktualisierte Jeep-Palette im Rampenlicht. Und bei General Motors feiert ein Modell Premiere, das seine Wurzeln in Deutschland hat: Denn der Buick Verano ist eigentlich ein Opel Astra mit Stufenheck.

Die starken Heimspieler und Auswärtsspieler aus Deutschland machen es den asiatischen Herstellern auf der US-Messe schwer. Kampflos geschlagen geben sich die Koreaner und Japaner allerdings nicht: So enthüllt Hyundai das kompakte Coupé Veloster und Kia einen verspielten Van für Großfamilien. Toyota stellt dem Hybrid-Pionier Prius einen geräumigen Bruder zur Seite und Honda gibt einen Ausblick auf den nächsten Civic.

Hondas Kompaktwagen bildet zugleich eine Brücke im internationalen Messekalender: In Detroit als Studie deklariert, soll in wenigen Wochen die Premiere des Serienmodells folgen - auf dieser Seite des Atlantiks Anfang März auf dem Autosalon in Genf.

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