Die meisten Staus gibt es zwischen Rhein und Weser. Rot-Grün rief 44 Millionen Euro für Straßenbau nicht ab.

Stau auf der Autobahn

dpa

Düsseldorf. So viel Stau war noch nie. Rund 415 000 Staus mit einer Gesamtlänge von 830 000 Kilometern gab es im vergangenen Jahr bundesweit laut der vorläufigen Jahresbilanz des ADAC.

Am häufigsten standen die Autofahrer in Nordrhein-Westfalen still: Bei den Staukilometern lag das bevölkerungsreichste Bundesland mit 27 Prozent auf dem wenig ruhmreichen ersten Platz – vor Bayern mit 18 Prozent und Baden-Württemberg mit 13 Prozent. Auf die fünf ostdeutschen Bundesländer entfielen demnach nur sieben Prozent der Staumeldungen und -kilometer. Damit standen die Fahrer auf deutschen Autobahnen ähnlich lange im Stau wie 2012, erklärte der Automobilclub. Zwar wurde im Vorjahr mit 285 000 Staus auf 595 000 Kilometern deutlich weniger registriert.

Viel mehr Staumeldungen, weil es viel mehr Navis gibt

Grund sei aber nicht ein sprunghaft gestiegenes Verkehrsaufkommen, sondern die bessere Datenerfassung: Weil immer mehr Wagen ein Navigationsgerät haben, werden auch mehr Störungen an die Verkehrsleitstellen weitergeleitet.

Anlässlich dieser Statistik erhebt Oliver Wittke, von 2005 bis 2009 NRW-Verkehrsminister und nun Verkehrsexperte der CDU-Bundestagsfraktion, Vorwürfe gegen die rot-grüne Landesregierung: Es sei ein Skandal, dass sie 2013 rund 44 Millionen Euro an Bundesmitteln für den Straßenbau nicht abgerufen habe.

Das kritisiert auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW): Die Unternehmer seien zu Investitionen bereit, die Landesregierung sei nun „gefordert, das dynamische Umfeld mit Investitionen in den Verkehr zu fördern“. Stattdessen gebe sie sich „mit dem Status-Quo und immer neuen Staurekorden zufrieden“, sagte BVMW-Landesgeschäftsführer Herbert Schulte. Das Verkehrsministerium gibt zu, dass Bundesmittel nicht abgerufen wurden, weist die Vorwürfe aber als „Unsinn“ zurück.

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