Richter Knöner
Amtsrichter Helmut Knöner posiert mit Aktenmappen im Amtsgericht in Herford (Foto vom 09.11.2010).

Amtsrichter Helmut Knöner posiert mit Aktenmappen im Amtsgericht in Herford (Foto vom 09.11.2010).

dpa

Amtsrichter Helmut Knöner posiert mit Aktenmappen im Amtsgericht in Herford (Foto vom 09.11.2010).

Bielefeld (dpa) - Empörte Bürger haben den Richter aus Westfalen angezeigt, der seit Wochen massenweise Raser freispricht. «Es sind zwei Strafanzeigen wegen Rechtsbeugung eingegangen», sagte der Sprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft, Reinhard Baumgart.

Er bestätigte damit einen Bericht der «Neuen Westfälischen» (Samstag). Wenn der Richter wegen Rechtsbeugung angeklagt würde, drohen ihm theoretisch bis zu fünf Jahre Haft.

Seit Anfang des Monats sprach Amtsrichter Helmut Knöner aus Herford mehr als 40 geblitzte Temposünder frei, weil er viele Radarfallen für reine Geldschneiderei hält. Knöner reagierte gelassen auf die jüngste Entwicklung. «Der Eingang der Anzeigen überrascht mich nicht. Jeder, der in Verantwortung steht, muss damit rechnen», sagte der Verkehrsjurist der «Neuen Westfälischen».

Er habe sehr viele Schreiben von Bürgern erhalten. «Es gab kritische Briefe mit unflätigen Äußerungen und Verachtung. Das Thema ist hochemotional besetzt. Zwei Drittel der Zuschriften sind aber positiv. Viele Menschen schicken mir ihre gesamten Korrespondenzen mit Ämtern und Ministerien», zitierte das Blatt den Richter. Knöner hat bereits weitere Freisprüche angekündigt.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer