Bei den Klein- und Kleinstwagen tut sich was: VW will die Up-Modellreihe zu einer ganzen Kleinwagenfamilie ausbauen - inklusive einer Elektroversion. (Foto: Volkswagen)
Bei den Klein- und Kleinstwagen tut sich was: VW will die Up-Modellreihe zu einer ganzen Kleinwagenfamilie ausbauen - inklusive einer Elektroversion. (Foto: Volkswagen)

Bei den Klein- und Kleinstwagen tut sich was: VW will die Up-Modellreihe zu einer ganzen Kleinwagenfamilie ausbauen - inklusive einer Elektroversion. (Foto: Volkswagen)

Im Mai wird Seat den Verkauf des Mii starten. Der Kleinwagen ist technisch identisch mit dem VW Up, sieht aber etwas anders aus und wird günstiger. (Foto: Seat)

Seit ein paar Wochen im Handel: die Neuauflage des Toyota Yaris. Im Frühjahr soll für weniger als 18 000 Euro eine Vollhybridversion folgen. (Foto: Toyota)

Alte Werte: Wie sein Vorgänger behält auch der neue Fiat Panda seine kastenförmige, hohe Bauform bei. (Foto: Fiat)

dpa, Bild 1 von 4

Bei den Klein- und Kleinstwagen tut sich was: VW will die Up-Modellreihe zu einer ganzen Kleinwagenfamilie ausbauen - inklusive einer Elektroversion. (Foto: Volkswagen)

Wolfsburg/Turin (dpa/tmn) - Der VW Up war nur der Anfang: In diesem Frühjahr rollt eine ganze Flotte neuer Kleinwagen und Stadtflitzer zu den Händlern. Marktforscher versprechen dem Segment eine große Zukunft. Die Zulassungszahlen sprechen allerdings noch gegen den Trend.

Egal ob als günstige Alternative für Neueinsteiger oder preiswertes Zweitauto: Stadtflitzer, Minis und andere Kleinwagen stehen derzeit hoch im Kurs. Neben den bestehenden Modellen rollen zahlreiche Neuentwicklungen in die Showrooms, darunter auch solche, die trotz günstiger Preise von um 10 000 Euro offenbar keine Verzichtserklärung mehr darstellen.

«Sie sind sparsam und so günstig, dass genügend Geld für teure Ausstattung bleibt», sagt zum Beispiel Nick Margetts vom Marktbeobachter Jato Dynamics in Limburg. «Und auch bei den sonst etwas teureren Marken sind Kleinwagen mittlerweile sehr beliebt.»

Den Trend belegt VW mit dem neuen Up. Das 3,54 Meter kurze Einstiegsmodell aus Wolfsburg steht zu Preisen ab 9850 Euro bei den Händlern - zunächst nur als Dreitürer. Bei den Motoren haben Kunden die Wahl zwischen zwei Varianten eines Dreizylinders. Aus einem Liter Hubraum schöpft er wahlweise 44 kW/60 PS oder 55 kW/75 PS. Damit sind maximal 171 km/h möglich, bei einem Verbrauch von im besten Fall 4,2 Litern. Für die Zukunft plant VW eine ganze Up-Familie mit einer Elektro- und Gas-Version sowie wohl auch einem Fünftürer. Ferner könnte es einen Cross-Up, eine Sportvariante und vielleicht sogar den schon als Studie gezeigten Buggy geben.

Technisch mit dem Up identisch, nur im Design ein wenig modifiziert und vor allem günstiger gibt es den Up auch bei den VW-Schwestermarken: Bei Skoda heißt er Citigo und kommt spätestens Anfang Juni auf den Markt, bei Seat startet er als Mii am 19. Mai.

Wichtiger Gegner dieser Drillinge ist der Fiat Panda, der seit Jahren die europäischen Zulassungen in seinem Segment anführt. Aktuell steht die dritte Generation in den Startlöchern. Seine kastenförmige Grundform behält der Wagen bei, wenngleich er sich auf 3,65 Meter leicht streckt. Bei der Ausstattung indes wurde nachbessert. Und die drei Motoren, darunter ein Diesel, sind sparsamer geworden. Allen voran ist ein Zweizylinder mit TwinAir-Technologie zu nennen, der als Turbo 63 kW/85 PS leistet und in Verbindung mit einem automatisierten Schaltgetriebe auf einen Verbrauch von 4,1 Litern kommt (CO2-Ausstoß: 95 g/km).

Dabei soll der neue Panda zu ähnlichen Preisen wie der alte zu bekommen sein: «Auf allen wichtigen Märkten werden wir weiterhin unter 10 000 Euro starten», sagt Markenchef Olivier Francois. Alternativ bleibt bis auf Weiteres der alte Panda im Programm, er wird weitergebaut. Bestätigt ist auch die Neuauflage des Panda 4x4.

Bei anderen Herstellern ist es vor allem die Modellpflege, die das Segment der Kleinen belebt. So frischen die Kooperationspartner Citroën, Peugeot und Toyota die technisch eng verwandten Drillinge C1, 107 und Aygo auf. Smart erweitert das Motorenprogramm des Fortwo um eine Elektrovariante, bei Toyota gibt es seit ein paar Wochen den neuen Yaris, der bald auch als Hybrid-Auto kommt, und Renault hat den Twingo überarbeitet.

Ganz neu in die Klasse will Opel vorstoßen: «Wir bauen einen Kleinwagen unterhalb des Corsa», sagt Firmenchef Karl-Friedrich Stracke. Er läuft unter dem Projektcode Junior und soll dem Vernehmen nach im Oktober auf dem Pariser Autosalon enthüllt werden. Dort trifft er auf weitere Vertreter wie die nächste Generation des Smart.

Die neuen Klein- und Kleinstwagenmodelle werden wohl auch zu einer Verschiebung von Marktanteilen führen. «Wir werden unsere Spitzenposition in Europa eisern verteidigen», gab sich Fiat-Chef Sergio Marchionne zwar bei der Vorstellung des neuen Panda betont kämpferisch. Doch rechnen die Beobachter von Jato Dynamics vor allem durch den VW Up mit einer Umschichtung: «Die Wolfsburger werden das vertraute Bild mit den Kleinwagen von Volkswagen, Skoda und Seat ordentlich durcheinanderwirbeln», sagt Nick Margetts. Bislang wurde das Segment von Autos wie Fiat Panda und Fiat 500, Renault Twingo, Smart Fortwo, Ford Ka, den Drillingen Citroën C1, Toyota Aygo und Peugeot 107 sowie von Hyundai i10 und Kia Picanto dominiert.

Noch hat sich das neue Produktfeuerwerk nicht so recht in der Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes niedergeschlagen. Im Gegenteil: Während Geländewagen, Großraumlimousinen und Autos der Oberklasse 2011 um bis zu 30 Prozent zugelegt haben, meldet die Behörde in Flensburg für Kleinwagen ein Minus von mehr als zehn Prozent. Bleibt abzuwarten, ob sich dieses Bild nun umkehrt.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer