VW Sharan
Seine Kinderkrankheiten aus den Anfangsjahren ist der VW Sharan weitgehend losgeworden, berichtet der ADAC. Bei der Hauptuntersuchung trübt sich das positive Bild allerdings ein. Foto: Volkswagen

Seine Kinderkrankheiten aus den Anfangsjahren ist der VW Sharan weitgehend losgeworden, berichtet der ADAC. Bei der Hauptuntersuchung trübt sich das positive Bild allerdings ein. Foto: Volkswagen

dpa

Seine Kinderkrankheiten aus den Anfangsjahren ist der VW Sharan weitgehend losgeworden, berichtet der ADAC. Bei der Hauptuntersuchung trübt sich das positive Bild allerdings ein. Foto: Volkswagen

Berlin (dpa/tmn) - Wer einen Van mit sieben vollwertigen Sitzen möchte, greift in Deutschland mehrheitlich zum VW Sharan. Der Wagen ist seine Mängel aus Anfangsjahren zwar losgeworden. Bei der Hauptuntersuchung schneidet er aber immer noch unter dem Durchschnitt ab.

Zwar liegen im Van-Segment Autos wie VW Touran oder Opel Zafira bei den Neuzulassungen regelmäßig vor dem VW Sharan. Doch diese Autos haben als dritte Sitzreihe nur Notsitze zu bieten. Unter den größeren Vans ist der Sharan seit Jahren der meistverkaufte. Auch nach einem Blick auf die Pannenanfälligkeit liegen die Kunden mit dem Sharan mittlerweile nicht verkehrt. Denn Volkswagen hat die vielen Mängel der Anfangsjahre beim Sharan fast komplett abgestellt, urteilt der ADAC in München.

So landete der VW Sharan in seiner Klasse auf Platz eins der ADAC-Pannenstatistik. Allerdings liege das Mängelniveau bei den Vans grundsätzlich höher als in anderen Fahrzeugklassen, so der Autoclub. Die meisten Einträge enthält die Mängelliste bei den älteren Fahrzeugen. So notiert der ADAC für die 1,9-Liter-Diesel bis zum Baujahr 2001 öfters Motorschäden aufgrund gerissener Zahnriemen und noch bis 2005 Turbolader-Defekte. Zwischen 1998 und 2001 machten bei den Turbodieseln allgemein undichte Wasserpumpen Ärger. Defekte Lichtmaschinen verzeichnet der ADAC für alle Baujahre bis 2005.

Bei der Kfz-Hauptuntersuchung schneidet der Sharan vor allem wegen Fahrwerkproblemen unter dem Durchschnitt ab - allerdings weist die Tendenz laut dem «TÜV Report 2014» nach oben. Lenkgelenke machten weniger Probleme als früher. Die Antriebswellen seien jedoch nach wie vor recht häufig defekt. Positiv hebt der Report hervor, dass die früher chronisch ausgeschlagenen Koppel- und Spurstangen kaum noch vorkommen.

Der VW Sharan kam 1995 auf den Markt - damals in Zusammenarbeit mit Ford, der sein baugleiches Modell Galaxy taufte. Von der VW-Tochter Seat kam das Modell als Alhambra fast zeitgleich. Eine erste Modellpflege ließen die Wolfsburger im Jahr 2000 folgen, dieses Facelift brachte Seitenairbags und ESP als Serienausstattung. Ab 2004 gab es eine neue Front- und Heckpartie. Die zweite Generation mit dem aktuellen VW-Markengesicht kam 2010 in die Showrooms der Händler.

Das Leistungsspektrum bei den Benzinern reicht je nach Baujahr und Ausführung vom recht schwachbrüstigen Vierzylinder mit 85 kW/115 PS bis zum V6 mit 150 kW/204 PS. Die Dieselmotoren decken eine Leistungsspanne von 66 kW/90 PS bis 130 kW/177 PS ab. Zwischen 2006 und 2009 war auch eine mit Flüssiggas betriebene LPG-Version mit 85 kW/115 PS auf dem Markt.

Wer sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt nach einem Exemplar mit V6-Motor und Allradantrieb von 2004 umsieht, muss um die 7350 Euro einplanen. Diesen Richtwert nennt der Branchendienst Schwacke für den Sharan 2.8 V6 4Motion Highline und geht dabei von durchschnittlich 133 800 Kilometern Laufleistung aus. Eine Autogasversion von 2010 wird demnach mindestens für etwa 13 300 Euro gehandelt - dafür sollte ein Sharan 2.0 LPG Trendline aufzutreiben sein (74 100 Kilometer). Ein jüngerer Diesel schlägt im Fall des Sharan 2.0 TDI BlueMotion Technology Trendline von 2011 mit 85 kW/115 PS noch mit etwa 19 200 Euro zu Buche (58 400 Kilometer).

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