Bonn (dpa/tmn) - Kopfhörer mit lauter Musik können für Fußgänger zur tödlichen Gefahr werden. Deshalb sollte man darauf verzichten, rät Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). «Das Gehör ist ein wichtiger Teil der Orientierung im Straßenverkehr», sagte Sven Rademacher. Die akustische Wahrnehmung von Autos und anderen Fahrzeugen sei kaum zu ersetzen, auch nicht durch verstärktes Umschauen. Laute Musik macht nicht nur taub gegenüber Gefahren, sondern lenkt den Hörer auch ab. Gefährlich sei das vor allem im Stadtverkehr, warnt Rademacher: «Da ist man auch als Fußgänger heutzutage schon gefordert genug, auch ohne Geräusche auf den Ohren.» Die Zahl der tödlich verunglückten Fußgänger ist von Januar bis September 2011 im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum um gut 25 Prozent gestiegen. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts vom Dezember 2011 hervor. In einem Interview mit der «Saarbrücker Zeitung» machte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer dafür auch die laute Musik aus Kopfhörern verantwortlich. Sven Rademacher empfiehlt Fußgängern, das Musikhören auf unbedenkliche Gelegenheiten wie in Bahn oder Bus zu beschränken: «Auch dann sollte es aber nur so laut sein, dass Durchsagen noch gut zu verstehen sind. So zwingt man andere Reisende auch nicht zum unfreiwilligen Mithören.»

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