Abstandsregler unnütz bei Eis und Schnee
Autofahrer sollten sich bei Eis und Schnee auf ihr eigenes Fahrgefühl verlassen. (Foto: Jens Wolf)

Autofahrer sollten sich bei Eis und Schnee auf ihr eigenes Fahrgefühl verlassen. (Foto: Jens Wolf)

dpa

Autofahrer sollten sich bei Eis und Schnee auf ihr eigenes Fahrgefühl verlassen. (Foto: Jens Wolf)

Landsberg (dpa/tmn) - Auf glatter Fahrbahn sollten Autofahrer nie den automatischen Abstandsregler benutzen. Grund: «Solch ein Fahrassistenzsystem kann widrige Wetterverhältnisse nicht erkennen», warnte Arnulf Thiemel vom ADAC-Technikzentrum.

Autofahrer sollten sich bei Eis und Schnee nicht auf Abstandregler verlassen. Da die Systeme teils recht nahe Abstände zum vorausschauenden Fahrzeug zuließen, erhöhe sich wegen der dann längeren Bremswege das Risiko von Auffahrunfällen erheblich. Der Technikexperte sagt: «Bei Schnee und Eis sollten Autofahrer immer behutsam selbst Gas geben und bremsen.»

Zur Vorsicht riet Thiemel auch im Umgang mit Tempomaten, die dem Fahrer ermöglichen, eine bestimmte Geschwindigkeit ohne weiteres Zutun zu halten: «Zur Deaktivierung muss entweder ein Bedienelement betätigt oder die Bremse leicht angetippt werden, allein das kann bei Glätte gefährlich sein.» Auch Systeme wie Notbremsassistenten zur Vermeidung oder Abmilderung von Auffahrunfällen in der Stadt könnten in ihrer Funktion eingeschränkt werden. «Und wenn ein Spurhalteassistent die schneebedeckte Straßenmarkierung nicht mehr erkennt, kann er keine Warnhinweise mehr geben.»

Sicherheitssystemen wie dem Schleuderschutz ESP und der Antriebsschlupfregelung ASR gegen durchdrehende Reifen könne dagegen vertraut werden. Sie seien so programmiert, dass sie den Fahrer in jeder Situation unterstützten. Generell riet der ADAC-Techniker, die Grundregel «Halber Tacho» auf winterlichen Straßen mehr als ernst zu nehmen: «Halten sie deutlich mehr Meter zusätzlich Abstand, also zum Beispiel weit über 50 Meter bei Tempo 100.»

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