Eurokrise, Prinzen-Hochzeit Arabischer Frühling, Atom-Gau in Japan: Wir haben Menschen gefragt, was sie in diesem Jahr am meisten beschäftigt hat.

Dirk Ley (44) aus Düsseldorf.
Dirk Ley (44) aus Düsseldorf.

Dirk Ley (44) aus Düsseldorf.

Dirk Ley (44) aus Düsseldorf.

Barbara Kernbach (52) aus Erkelenz.

Daniela Beykirch (26) aus Kevelaer.

Jessica Friedrich (24) mit Mutter Petra (53), beide aus Düsseldorf.

Adriano Pannecke (59) aus Troisdorf.

Judith Michaelis, Bild 1 von 6

Dirk Ley (44) aus Düsseldorf.

Düsseldorf. „Ich bin erst vor kurzem aus Südafrika nach Deutschland gezogen. Ich kenne mich noch nicht so gut aus in der hiesigen Politik, aber was sich dieser Guttenberg mit seiner Plagiatsaffäre geleistet hat, das war schon ein dickes Ding“, sagt eine Frau mit Wollmütze, zieht den Jackenkragen zu und hastet eilig weiter.

„Europa ist erstarkt, der Euro gerettet.“

Diese Schlagzeile möchte eine Befragte 2012 in der Zeitung lesen

In den letzten Tagen des Jahres herrscht in der Düsseldorfer Innenstadt hektisches Treiben. Wir bitten trotzdem einige Passanten, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen und auf ein Jahr zurückzublicken, das außergewöhnliche Ereignisse mit sich brachte.

Massaker in Norwegen, Atomkatastrophe in Japan, der deutsche Ausstieg und der arabische Frühling – wir wollen wissen: Welches Ereignis hat Sie 2011 am meisten bewegt? „Das war ganz klar die Eurokrise“, sagt eine Frau, die gerade an einem Schaufenster Halt gemacht hat.

Ein Thema, über das einfach alle gesprochen haben

„Das ist ein Thema, das jeden Menschen betrifft und über das wirklich alle reden.“ Ihren Namen möchte sie nicht nennen. Bevor sie ins Geschäft verschwindet, verrät sie aber noch, welche Schlagzeile sie 2012 in der Zeitung lesen möchte: „Europa ist erstarkt, der Euro gerettet.“

Das Meinungsforschungsinstitut Emnid hat ermittelt, dass insgesamt 57 Prozent der Deutschen damit rechnen, dass sich Europas Schuldenkrise im kommenden Jahr fortsetzt. 94 Prozent rechnen mit steigenden Preisen und 51 Prozent mit mehr Arbeitslosigkeit. Und dennoch herrscht bei vielen Zuversicht: 44 Prozent der Deutschen gehen optimistisch ins neue Jahr.

Das mag auch daran liegen, dass längst nicht nur negative Ereignisse in der persönlichen Wahrnehmung ganz vorne landen. So entscheiden viele Frauen bei unserer Straßenumfrage ganz spontan, dass die Hochzeit des britischen Prinzen William mit seiner Kate Ereignis des Jahres für sie war. „Ich interessiere mich eigentlich nicht für Königshäuser, aber das war einfach schön“, sagt Jennifer Kluge (25), während sie sich bei einer Tasse Kaffee eine Bummel-Pause gönnt.

Persönlich berührt werden – das ist ausschlaggebend dafür, ob internationale Ereignisse die Menschen dauerhaft beschäftigen. So wie etwa bei Rainer Wandelt, der gerade auf der Königsallee Zeitung liest und nicht lange überlegen muss, bis er uns antwortet. Ihn haben die Überschwemmungen in Thailand am meisten berührt, weil er das Land durch viele Reisen gut kennt.

Der Arabische Frühling hat kaum Eindruck hinterlassen

Grundsätzlich waren sich die Menschen in der Düsseldorfer Innenstadt einig: Die meisten empfanden die Katastrophe in Japan und die Attentate in Norwegen als die einschneidendsten Erlebnisse. Den Arabischen Frühling erwähnte niemand. Auch die Ehec-Krise und die Mordserie des Zwickauer Neonazi-Trios zählte niemand zu den wichtigsten Nachrichten des Jahres.

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