Stürze überschatten friedliche Altweiber-Party

Vor dem Rathaus war es am Altweiberdonnerstag besonders voll. Foto: Lepke

Düsseldorf. Mehr Menschen bedeuten nicht unbedingt auch mehr Arbeit für die Polizei. Obwohl bei strahlendem Sonnenschein so viele Narren wie lange nicht mehr in der Altstadt feierten, ging die Zahl der Einsätze deutlich zurück. „Es war eine friedliche und entspannte Stimmung“, stellte Einsatzleiter Jürgen Bielor bei seiner Altweiber-Bilanz fest. Überschattet wurde die jecke Party von einem schweren Unfall am Burgplatz. Ein 19-Jähriger stürzte drei Meter tief in die offene Düssel und zog sich lebensgefährliche Verletzungen zu. An der Haifastraße in Oberbilk wagte sich ein 30-Jähriger auf das Eis eines zugefrorenen Weihers und brach ein.

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Ganz allein befand sich der 19-Jährige Altweiber gegen 17.37 Uhr an der Josef-Wimmer-Gasse. Aus unbekannter Ursache fiel der junge Mann in die Düssel und zog sich lebensgefährliche Kopfverletzungen zu. Zwei Polizisten kletterten über eine Leiter zu ihm hinunter und leisteten erste Hilfe. Die Höhenretter konnten den 19-Jährigen schließlich mit einer Drehleiter bergen. Freitag ittag teilten die Ärzte mit, dass er nicht mehr in Lebensgefahr schwebt.

Auch mit dem Rettungsboot suchte die Feuerwehr gestern Nacht den Weiher an der Haifastraße ab. Foto: Schüller

Zu einem Großeinsatz rückten die Lebensretter dann um 0.28 Uhr aus. An der Haifastraße war ein als Cowboy verkleideter Narr ins Eis eingebrochen. Der konnte sich zwar selbst aus dem Weiher retten, bevor der erste Krankenwagen eintraf. Allerdings berichtete er davon, dass sich eine weitere Person in dem Teich befindet. Der wollte der 30-Jährige angeblich helfen. Mit Tauchern und Spezialgerät suchte die Feuerwehr das Gewässer ab, konnte aber niemand finden. Der Cowboy wurde mit schweren Unterkühlungen ins Krankenhaus gebracht.

17-Jährige war schon um 10.30 Uhr nicht mehr ansprechbar

Zu insgesamt 946 Einsätzen mussten Feuerwehr und Rettungsdienst ausrücken. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr. Allerdings lassen sich die Zahlen nicht vergleichen: 2017 wurde die Altstadt nachmittags wegen einer Sturmwarnung geräumt.

302 Karnevalisten mussten medizinisch versorgt werden, in den meisten Fällen wegen Kreislaufproblemen und übermäßigem Alkoholgenuss. Rekordhalterin war eine 17–Jährige, die um 10.30 Uhr völlig betrunken und nicht mehr ansprechbar war. Sie hatte an der Party vor dem Ursulinen-Gymnasium mitgefeiert, die unter besonderer Beobachtung von Polizei und Ordnungsamt stand. Denn im vergangenen Jahr lief die Feier aus dem Ruder, weil Jugendliche über abgestellte Autos gelaufen waren. Diesmal sei alles friedlich geblieben, so Bielor. Um 12 Uhr zogen die jungen Jecken weiter Richtung in Burgplatz.

Fast in allen Bereichen meldet die Polizei zurückgehende Einsatzzahlen. 166 Platzverweise (Vorjahr: 239) wurden ausgesprochen, 38 (48) Karnevalisten wurden in Gewahrsam genommen, 40 (48) mal schritten die Beamten bei Körperverletzungen ein. Außerdem gab es zwölf (20) Taschendiebstähle. „Das Antanzen ist völlig aus der Mode gekommen“, fiel dem Einsatzleiter auf. Auch die Zahl der Sexualdelikte ging mit vier Anzeigen leicht zurück. Es wären nur drei gewesen, wenn ein Mann vor einer Kneipe an der Kurze Straße nicht eine Polizeistreife angehalten und behauptet hätte, er sei von einer Frau geschlagen worden. Das stimmte, wie die Beamten ermittelten. Allerdings hatte das vermeintliche „Opfer“ die Dame vorher sexuell belästigt, als sie von der Toilette kam. Die Frau hätte es bei der Ohrfeige belassen, nun kommt ein Strafverfahren auf den Mann zu.

Aus dem Verkehr gezogen wurde ein Karnevalist, der in einem Club an der Bolkerstraße mit Falschgeld bezahlen wollte. 1200 Euro davon, angeblich Spielgeld für die Tochter, hatte er in der Tasche.

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