DJ-Duo Chainsmokers spielen in Düsseldorf mit dem Feuer

The Chainsmokers – „Die Kettenraucher“ – machten auf ihrer „Memories . . . Do Not Open“-Tour in Düsseldorf Station. Foto: Judith Michaelis

Düsseldorf. Die ersten tiefen Bässe schwappen durch die ausverkaufte Mitsubishi Electric Halle an der Siegburger Straße wie eine Druckwelle. Es ist die durchdringende Ankündigung dessen, was in den nächsten zwei Stunden vom US-amerikanischen EDM-Duo The Chainsmokers in Düsseldorf zu erwarten ist. Satte Klänge und dazu Bass, Bass und noch einmal Bass.

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Die zwei DJs Andrew Taggart und Alex Pall zaudern am Sonntagabend nicht lange, sie legen los, als gäb’s kein Morgen mehr. Sie brennen für ihre Musik. Und die hat es in sich. Nach einem kurzen Intro mit Motiven aus der jüngst veröffentlichten Single „Sick Boy“ zeigen die Chainsmokers erst einmal, was sie alles auf ihrer „Euro Memories . . . do not open“-Tour im Gepäck haben. Remixe von „This Is How We Do It“ (Montell Jordan), „We Found Love“ (Rihanna feat. Calvin Harris) und „What Is Love?“ (Haddaway) gibt es da zu hören. Und das Publikum? 7500 meist junge Menschen jubeln den Amerikanern, die ihre erste deutsche Show als Band spielen, zu – zumindest größtenteils.

The Chainsmokers zeigen sich in Düsseldorf nicht nur von ihrer poppigen Elektro-Seite, die man vom Album „Memories . . . do not open“ kennt. Vielmehr driften Taggart und Pall vielfach in die Dubstep- und Hardcore-Elektromusik-Szene ab. Das beeindruckt die einen, andere sind eher verwirrt und verlassen die Halle frühzeitig. Sie verpassen eine Show, die in sich stimmig ist und überrascht. Nicht etwa durch die Konfettikanonen oder die starke Laser- und Pyroshow – all das gehört mittlerweile zum Standardrepertoire eines DJ-Sets – , sondern vielmehr durch die Bühnentechnik. Die lässt nach einer Viertelstunde etwa Keyboard, E-Drums und Schlagzeug aus dem Nichts erscheinen (und zwischendrin auch wieder verschwinden). Und Taggart und Pall zeigen, was sie als Live-Musiker drauf haben. Unterstützt werden sie dabei vom australischen Drummer Matt McGuire, der begnadet aufspielt – zuweilen auch mit brennenden Sticks.

Lustige Videoanimationen flimmern über LED-Schirme

Es sind die bekannten und live gespielten Lieder wie „Paris“, „Break Up Every Night“ oder auch „Sick Boy“, die an diesem Abend das Multitalent Andrew Taggart hervorheben. Der Musiker steht mal hinter den Turntables, mal davor, um zu singen, den Fans Geschichten zu den Songs zu erzählen oder einfach um Gitarre zu spielen. Der Sound ist gut abgemischt, ebenso wie die kreativen bis zuweilen lustigen Videoanimationen auf den großen LED-Bildschirmen. Bei Liedern, die vom Band kommen und durch den Chainsmoker-Mixer gejagt werden, sieht das zumindest klangtechnisch schon anders aus. Ein Problem, das sich die Amerikaner mit ihrem Support-Act Jonas Blue („Perfect Strangers“, „Mama“) teilen.

Nichtsdestotrotz verstehen es The Chainsmokers, ihre Fans mitzureißen – vor allem im Innenraum. Dort wird gesungen, gelacht und gejubelt. Vor allem als die Schlussakkorde des Konzerts anbrechen und „Something Just Like This“ erklingt. Im Original mit Coldplay eingespielt, müssen Andrew Taggart und Alex Pall diesmal alleine klarkommen. Das machen sie ohne Probleme. Zwar ist Andrew Taggart nicht Chris Martin, doch seine Stimme kann sich nicht nur auf der Platte hören lassen. Doch natürlich wären The Chainsmokers nicht The Chainsmokers, wenn sie den Abend mit der normalen Version des Hits aus 2017 beenden würden. Die Flammenwerfer und Laser drehen mit den Bässen nochmals so richtig auf und das Duo aus den USA beweist einmal mehr, dass es live ein Erlebnis ist.

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