Kirmes: Auch der Uerige sagt ab

Draußen und drinnen voll: Das beliebte Uerige-Zelt wird es – zumindest so – nicht mehr auf der Kirmes geben. Foto: Uerige

Düsseldorf. Für Kirmesfans und Schützen ist es die nächste schlechte Nachricht: Auch der Uerige wird auf der kommenden Rheinkirmes (15. bis 24. Juli) nicht vertreten sein. Nach einer zweistündigen Sitzung am Sonntagabend mit seinem Beirat und Kirmes-Partnern zog Baas Michael Schnitzler die Reißleine: „Das war für uns die schwierigste Entscheidung seit Jahren.“ Man habe mit Sicherheitsexperten mehrere Modelle durchgespielt. „Am Ende sahen wir keinen Weg, der die gewünschte umfassende Sicherheit garantiert und gleichzeitig das fröhliche Kirmeserleben zulässt, wie wir es in Düsseldorf lieben.“

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Im Uerige-Zelt waren vor allem die Konzerte mit Bands wie Porno al Forno absolute Publikumsrenner. Schnitzler hätte nun eine Security-Truppe engagieren müssen, die kontrolliert und garantiert, dass nicht mehr als die erlaubten zwei Personen pro Quadratmeter im Zelt sind. Auch bei Sturzregen, wenn die Menschen zu den Zelten drängen, oder einer Panik sähe er sich in dieser Pflicht. „Auf einem Volksfest müssen fraglos Mindeststandards gelten“, so der Uerige-Baas, „aber völlige Sicherheit kann niemand garantieren.“

Wie auch Füchschen-Chef Peter König will Schnitzler an einem Konzept arbeiten, damit es 2012 eine Rückkehr auf die Kirmes gibt. Ob es dazu kommt, ist allerdings offen. Einer der Musiker sagte zu Schnitzler lapidar, dies seien dann keine Konzerte mehr, sondern Stehempfänge.

Schützen erhöhen die Pachten auf der Kirmes um 9,5 Prozent

Bei den Sebastianus-Schützen, die offiziell Veranstalter der Kirmes sind, löst Schnitzlers Schritt Bedauern aus. „Das ist sehr schade und ein Imageverlust für die Kirmes“, sagt Schützenchef Lothar Inden. Er könne die Motive der Brauereien jedoch nachvollziehen und hoffe, dass beide 2012 mit neuem Konzept wieder dabei seien. „Das sind schließlich kreative Leute.“ Pilsbrauereien werde man jedenfalls ersatzweise nicht auf die Rheinwiesen lassen.

Die Schützen selbst haben mit dem verschärften Sicherheitsprozedere ebenfalls zu kämpfen. So wie zwei Brauereien, die auf die Kirmes gehen, die Preise fürs Bier erhöhen (siehe rechts), so erhöhen die Schützen die Kirmespacht um 9,5 Prozent. Das deckt aber nur zu Hälfte die zusätzlichen Kosten von bis zu 150 000 Euro, so dass Sponsoren gesucht werden. Zum Platzkonzept, das am Montag von Stadt und Polizei positiv beurteilt wurde, gehören laut Inden (Foto) breitere Ausgänge, eine neue Lautsprecheranlage und eine Notbeleuchtung sowie eine zusätzliche Treppe den Deich herauf, damit im Ernstfall zügig evakuiert werden kann.

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